Ärger mit dem Mieter – Am Nicht-vergeben gestorben?

Vor ein paar Jahren telefonierte ich mit dem Besitzer einer Ferienwohnung, die mir empfohlen worden war. Er fragte mich, was ich beruflich machte, und als ich ihm antwortete: »Ich gebe Seminare zum Thema Vergebung«, rief er: »Ha, das ist genau mein Thema! Ich kann nicht vergeben.« Er berichtete mir daraufhin, wie er vor etwa zehn Jahren betrogen worden war und viel Geld verloren hatte.

Er hatte nämlich einen Mieter in besagter Wohnung, der die Geschäfte seiner Hunde und Katzen im Haus verrichteten ließ. Eines Nachts verschwand dann der Mieter. Er hinterließ seine Hunde und Katzen, eine verwüstete Wohnung und eine Menge Mietschulden. In jahrelanger Arbeit und mit hohen Kosten renovierte mein Gesprächspartner die Räume nach Feierabend und machte eine Ferienwohnung daraus.

»Ich habe mir sagen lassen, Sie haben da eine wunderschöne Wohnung«, lobte ich ihn. »Nein, ich habe keine schöne Wohnung, sondern ein Magengeschwür«, rief der Mann ins Telefon. »Oh, das tut mir leid«, erwiderte ich und als ich ihn fragte, ob es nicht Zeit sei, die Sache loszulassen und zu vergeben, meinte er nur trocken: »Niemals. Ich will Rache.« Er hasste diesen Mann, seinen Ex-Mieter und meinte: »Der soll bezahlen!« Schließlich lud ich ihn zu einem Seminar ein, doch er winkte ab.

Die Geschichte hatte ein tragisches Ende,

denn wie ich hörte, starb er an einem Magengeschwür. Für mich ist offensichtlich, woran dieser Mann wirklich starb und wer hier alles bezahlen musste. Mit seinen Scheuklappen konnte er nicht sehen, was er Schönes geleistet hatte. Er hatte keine Wertschätzung für seine Wohnung – noch immer sah er vor seinem geistigen Auge die Verwüstung. Er konnte nicht erkennen welche Körperkraft, welch handwerkliches Geschick und welche Ausdauer er besaß, nach Feierabend noch zu arbeiten. Möglicherweise hatte er auch eine angespannte Beziehung, indem er das ihm zugefügte Unrecht immer wieder thematisierte. Sicherlich machte er sich selbst schwere Vorwürfe, solch einen Mieter geduldet zu haben, nicht aufgepasst zu haben usw. und mit diesen Scheuklappen überhörte er die Einladung und Botschaft des Universums ein Vergebungsseminar zu besuchen. Es stimmt mich traurig, da ich diese Zeilen schreibe, denn wie viele Botschaften mögen wir alle selbst überhören?

Eine entscheidende Frage

»Was wäre möglicherweise passiert, wenn sich dieser Mann der Vergebung gewidmet hätte?«

 

Vergebung heilt

Vielen Dank für Ihr Interesse.
Wenn Sie privat oder beruflich lernen möchten, wie man vergibt, dann schauen Sie bitte hier.
Herzliche Grüße
Andrea Bruchacova und Ulrich Duprée

Vergebung lernen: Kurse und Weiterbildung