Jemand liegt im Sterben – Selbstvergebung

Ein Priester wurde in ein Krankenhaus gerufen – eine Frau lag dort im Sterben. Als er an ihr Bett trat, weinte sie. »Ich habe mein Leben ruiniert«, klagte sie leise. »Ich habe mein Leben und das Leben all der Menschen um mich herum ruiniert.« Die Ärzte hatten sie aufgegeben, Leber und Nieren drohten zu versagen und in paar Stunden würde ihr irdisches Leben vorbei sein. So hielt der Priester ihre Hand, als sein Blick auf ein kleines gerahmtes Portrait auf dem Tisch fiel. »Wer ist das?« fragte er. »Das ist meine Tochter, mein Ein und Alles«, antwortete die Sterbende. »Würdest du ihr verzeihen und vergeben, wenn sie eine Dummheit begangen hätte?« »Sicher würde ich das. Ich liebe sie.« »Ja«, sagte der Priester, »und genau solch ein gerahmtes Bild von dir steht auf Gottes Tisch.«

Gott hat ein Bild von uns und wir haben ein Bild von uns – beide Bilder unterscheiden sich. Wir sehen den Körper, der zu dick oder dünn ist und selten das Herz. Wir spotten der Leistung, die nicht genügt und übersehen die Bemühung. Wir Menschen neigen dazu zu vergleichen, während die Liebe immer nur die Einzigartigkeit sieht. Wir versuchen Menschen, Tiere und Pflanzen in Schablonen zu pressen und sperren Mitgefühl und Verständnis aus. In Folge sprechen wir uns selbst schuldig und leben in Angst, während die Liebe uns vergibt und jegliche Klage abweist. Nach der biblischen Schöpfungsgeschichte erschuf uns Gott nach seinem Ebenbild. Aus diesem Grunde sagt man Namaste und Aloha und meint damit nicht Hallo, sondern »Ich grüße das Göttliche in dir. Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir.« Unser Wesenskern ist Gott-gleiche, nicht-physische Energie – Spirit, der Atman der Veden und Kane, wie die alten Hawaiianer sagen. Unser Körper bildet in mehreren Schalen das physische Fahrzeug für die nicht-physische, transzendentale Seele.

In Geschichten rund um den Erdball wird berichtet, wie die Schöpfergottheit den Menschen aus Ihrem Geist erschuf, indem Sie Sich eben ein Bild machte – ein Ebenbild. Wie die Sonnenstrahlen aus der Sonne, so kommen alle Lebewesen aus der Urquelle und sind als Spirit immer mit dem Göttlichen Ursprung von Allem verbunden. Dieses Göttliche ist immer gut, doch der Mensch mit seinem freien Willen entscheidet sich manchmal für und manchmal gegen die Liebe und verursacht damit für sich und andere leidvolle Bedingungen. Unser Sein und unser Handeln ist voneinander verschieden.

Das, was wir tief in unserem Herzen über uns ganz persönlich denken – unser ganz geheimer Glaube über uns – ist unser Selbstbild. Wie sich jeder Mensch selbst sieht, ist vor allem das Ergebnis seiner Erfahrungen, die er etwa bis zum siebenten Lebensjahr machte. Es ist die Summe all seiner Glaubenssätze und Überzeugungen, die er aus seiner Kultur, seiner Familiengeschichte und von seinen Eltern übernommen hat. Weil unser Selbstbild von der Meinung anderer, unser Eltern, Lehrer und Gleichaltrigen geprägt wird, ist es im Grunde genommen ein Fremdbild, das wir in jungen Jahren ahnungslos und ausgeliefert übernommen haben. Das, was unsere Eltern sagten und im Herzen stecken blieb, wurde zu unserem inneren Dialog und so zu unserem Glauben über uns und die Welt.

Ein Bild entspricht nie der Realität. Es ist eine Meinung und im Falle des Selbstbildes gründet es sich einerseits auf der Meinung von anderen, die wir ungeprüft übernommen haben und zum anderen handelt es sich um ein altes Bild – eine geistige Aufnahme, die vor vielen, vielen Jahren gemacht wurde. Dieses Bild ist überholt und muss in der Regel neu gemacht werden.

Das Bild, das Gott über uns hat, ist ein ebenes Bild und nicht geknittert oder gar zerknüllt wie jenes, das wir über uns haben, weil diese Mutter-Vater-Gottheit etwas sieht, das wir mit unseren materiellen Augen nicht sehen können. Ihr Blick durchdringt die Dunkelheit, sieht Licht und Liebe und sieht den Göttlichen Funken, der manchmal bittere materielle Erfahrungen macht. Es ist, als würden Sie Ihr Kind ermahnen und ihm raten, es möge doch nicht auf die heiße Herdplatte greifen. Wenn Ihr Kind es dann doch tut, lieben Sie es selbstverständlich immer noch. Strafe ist dann doch gar nicht nötig, denn es hat ja selbst die leidvolle Erfahrung gemacht und sich die Finger verbrannt. Genauso bestraft sich der Mensch selbst mit dem, was er an Leid in die Welt bringt wie Welthunger, Kriege, Monokulturen usw. Gleichzeitig sind wir von der Liebe der Mutter-Vater-Gottheit umhüllt, doch wenn man glaubt, man könne deshalb immer und immer wieder auf die Herdplatte fassen bzw. die Umwelt zerstören und Tiere für Medikamente und Kosmetik foltern, dann ist das ein großer Irrtum, eine Art von Verrücktheit, denn es ist ein Angriff gegen die Liebe und das Leben.

Es ist also ausschlaggebend, dass wir unser destruktives Verhalten aufgeben und dabei können wir um die Göttliche Hilfe bitten und vertrauen, dass wir sie erhalten. Wenn Sie in der Vergangenheit irgendeinen Fehler begangen haben, den Sie jetzt bereuen und gar nicht mehr wiederholen wollen, dann vergeben Sie sich jetzt bitte diese Missgeschicke auf Ihrem Weg. Indem Sie sich der Liebe und dem Mitgefühl, der Essenz des Lebens zuwenden, bringen sich mit dem Göttlichen Bild und Vorstellung von Ihnen in Einklang. Dieses Bild beinhaltet Gesundheit, Liebe, Glück, Freude und Frieden für Sie. Wenn Sie sich selbst nicht vergeben können, suchen Sie bitte spirituelle Unterstützung. Wechseln Sie auf die Seite der Wahrheit des Lebens und bringen Sie dann beide Bilder – Ihr Selbstbild und das Bild Gottes von Ihnen auf Seinem Nachttisch zur Deckung.

Selbstvergebung kann man lernen. Wenn Sie schon lange Schuldgefühle mit sich tragen, dann lösen Sie sich bitte davon und kommen Sie bitte wieder in Ihre Kraft. Indem jemand weiter und weiter leidet, ist niemandem gedient.

 

Vergebung heilt

Vielen Dank für Ihr Interesse.
Wenn Sie privat oder beruflich lernen möchten, wie man vergibt, dann schauen Sie bitte hier.
Herzliche Grüße
Andrea Bruchacova und Ulrich Duprée

Vergebung lernen: Kurse und Weiterbildung
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